WIN@WBV: Situation an Wertstoff-Inseln erfordert mehrgleisigen Ansatz - Einsatz sogenannter „Waste Watcher“ und intelligenter Technik in Angriff nehmen

Aufgrund der Situation an den Werkstoff-Inseln im Stadtgebiet schlägt die Ratsfraktion WIN@WBV vor, neue Wege zu gehen und dabei auch auf bewährte Modelllösungen anderer Kommunen zu schauen. 

Überfüllte Sammelplätze lassen die Hemmschwelle bei Nutzern oft sinken, weiteren Müll neben den vorgesehenen Behältern abzulegen. Insofern ist der Ansatz der Entsorgungsbetriebe, der Situation mit einer höheren Leerungsfrequenz an den „Hotspots“ dynamisch zu begegnen, aus Sicht von WIN@WBV grundsätzlich richtig. „Natürlich könnte man zusätzlich an eine weitere Erhöhung der Leerungsfrequenz durch Anschaffung eines weiteren Fahrzeuges und damit verbundenen Personals denken. Dies würde die Gebühren überschlagsweise um 5€ pro Jahr und Abfalltonne erhöhen.“, so Olaf Fischer von der Ratsfraktion WIN@WBV. „Allerdings ergibt sich dadurch nach aller Erfahrung ein neues Problem, denn zu gut geleerte Container schaffen neue Nachfrage, teils auch bei gewerblichen Entsorgern, die die Wertstoff-Inseln nicht nutzen dürften.“, so Fischer weiter.

 
Neben einer bedarfsgerechten Leerung sollte daher nach Meinung der Fraktion WIN@WBV der Einsatz sogenannter Waste Watcher erwogen werden, wie sie beispielsweise in Hamburg und Wien seit Jahren zu finden sind und nach den sehr guten Erfahrungen aktuell in weiteren Kommunen etabliert werden. Die Waste Watcher gehen präventiv und offensiv auf Bürgerinnen und Bürger im öffentlichen Raum zu. Sie geben Informationen und Hilfestellungen zu allen Fragen zur Verbesserung der Sauberkeit und zur Vermeidung von Abfällen. Sie weisen die Menschen auf ihr Fehlverhalten hin und leiten bei Verstößen ggfs. ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Das eingesetzte Personal erhält besondere Schulungen im Bereich Ordnungswidrigkeitsrecht und Konfliktmanagement. Zusätzlich registrieren die Waste Watcher sogenannte Wildablagerungen, herumliegenden Abfall oder Sperrmüll, und versuchen deren Verursacher aufzuspüren.

Darüber hinaus bietet sich auch der Einsatz moderner Technik an. „Wir sollten in Wilhelmshaven über den Aufbau eines sogenannten LoRaWAN-Funknetzes nachdenken, welches die kostengünstige und energieeffiziente Anbindung von Sensoren über lange Strecken ermöglicht.“, so Olaf Fischer, der auch Mitglied im Datenverarbeitungs-und Digitalisierungsausschuss ist.

„Am Beispiel der Entsorgungsinseln wäre hier eine Füllstandsmessung an den Containern leicht realisierbar. Die Füllstände könnten so bei der Tourplanung der Entsorgungsbetriebe berücksichtigt werden und gleichzeitig für Bürgerinnen und Bürger in einer digitalen Karte auf dem Smartphone angezeigt werden. Solche Systeme sind beispielsweise in Rosenheim und Freiburg bereits im Einsatz. Das LoRaWAN-Netz könnte in Wilhelmshaven zusätzlich für Anwendungen wie beispielsweise ein Schacht-Monitoring in der Kanalisation oder den Aufbau eines Umweltmessnetzes genutzt werden“, so Fischer weiter. 

WIN@WBV schlägt beim Aufbau eines solchen LoRaWAN-Netzes vor, den Kontakt zur Jade-Hochschule zu suchen, die über hervorragende Expertise auf dem Gebiet der Hochfrequenztechnik verfügt und sicherlich in Form von innovativen Projekten beteiligt werden könnte.

Die Fraktion WIN@WBV wird entsprechende Anträge in den Rat einbringen.


20.01.2022