
Die Schließung der Kfz-Zulassungsstelle auf unbestimmte Zeit ist aus Sicht der Ratsfraktion WIN@WBV ein deutliches Warnsignal. Leidtragende sind einmal mehr die Bürgerinnen und Bürger sowie die örtlichen Unternehmen, die auf eine funktionierende Verwaltung angewiesen sind.
„Krankheitsbedingte Personalausfälle kann es in jeder Organisation geben. Entscheidend ist jedoch, wie eine Verwaltung darauf vorbereitet ist. Wenn der Ausfall weniger Beschäftigter dazu führt, dass ein zentraler Verwaltungsbereich vollständig geschlossen werden muss, offenbart das strukturellen Handlungsbedarf“, erklärt die Ratsfraktion WIN@WBV.
Bereits vor der aktuellen Schließung mussten Bürgerinnen und Bürger oft mehrere Wochen auf einen Termin in der Kfz-Zulassung warten. Die jetzige Entwicklung verschärft diese Situation erheblich und belastet Privatpersonen, Handwerksbetriebe, Unternehmen und Autohäuser gleichermaßen.
Aus Sicht von WIN@WBV darf die aktuelle Situation nicht als Einzelfall betrachtet werden. Sie macht deutlich, dass die Verwaltung insgesamt widerstandsfähiger werden muss. Kritische Dienstleistungen müssen auch bei personellen Engpässen so organisiert sein, dass sie möglichst ohne längere Unterbrechungen erbracht werden können.
Bereits im Zusammenhang mit den langen Bearbeitungszeiten in der Wohngeldstelle hatte WIN@WBV konkrete Vorschläge unterbreitet. Dazu gehörten eine konsequentere Digitalisierung der Verwaltungsabläufe sowie die Einrichtung eines verwaltungsweiten Stellenpools, aus dem bei außergewöhnlichen Belastungsspitzen oder personellen Engpässen kurzfristig Unterstützung für besonders betroffene Bereiche bereitgestellt werden kann. Leider wurden diese Vorschläge bislang nicht umgesetzt.
„Jetzt geht es nicht darum, Schuldige zu suchen. Entscheidend ist, aus den aktuellen Ereignissen die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Gerade die Digitalisierung kann dazu beitragen, Verwaltungsleistungen auch bei personellen Engpässen verlässlicher bereitzustellen. Moderne digitale Prozesse entlasten die Beschäftigten und erhöhen gleichzeitig die Servicequalität für die Bürgerinnen und Bürger“, erklärt Ratsherr Olaf Fischer.
Die Ratsfraktion WIN@WBV fordert deshalb eine umfassende Analyse der organisatorischen Abläufe sowie konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Krisenfestigkeit zentraler Verwaltungsbereiche. Dazu gehören belastbare Vertretungskonzepte, eine flexiblere Personalsteuerung, die Prüfung eines verwaltungsweiten Stellenpools sowie eine konsequente Digitalisierung der Verwaltungsprozesse.
Die Fraktion weist darauf hin, dass sie sich seit Jahren für eine moderne und digitale Verwaltung einsetzt. Digitale Verfahren können Personal nicht ersetzen, sie können aber Arbeitsabläufe vereinfachen, Beschäftigte entlasten und Verwaltungsprozesse deutlich robuster machen. Gerade in Bereichen mit hohem Publikumsverkehr wie der Kfz-Zulassung müssen die vorhandenen technischen Möglichkeiten konsequent genutzt werden. Ziel muss es sein, Bearbeitungszeiten zu verkürzen, Mitarbeitende zu entlasten und die Verwaltung insgesamt weniger anfällig für personelle Ausfälle zu machen.
Darüber hinaus erwartet WIN@WBV eine transparente Information der Öffentlichkeit darüber, wie die aufgelaufenen Anträge abgearbeitet werden sollen und welche Maßnahmen ergriffen werden, um künftig vergleichbare Situationen zu vermeiden.
„Die aktuelle Situation zeigt, dass wir die Organisation der Verwaltung insgesamt weiterentwickeln müssen. Dazu gehören belastbare Vertretungsregelungen, eine flexiblere Personalsteuerung und eine bessere Vorbereitung auf außergewöhnliche Belastungssituationen. Nur so schaffen wir eine Verwaltung, die dauerhaft leistungsfähig und krisenfest ist“, betont der Fraktionsvorsitzende Markus Bulla.
Für die Ratsfraktion WIN@WBV gehört die Modernisierung und organisatorische Weiterentwicklung der Stadtverwaltung zu den wichtigsten Aufgaben der kommenden Wahlperiode. Die neue Oberbürgermeisterin oder der neue Oberbürgermeister wird sich dieser Herausforderung von Beginn an stellen müssen.
05.08.2026