
Ratsfraktion fordert konsequentes Handeln im rechtlich möglichen Rahmen und warnt vor finanziellen Risiken für die Stadt
Der erneute Feuerwehreinsatz am ehemaligen Minensuchboot „Steinbock“ im Kanalhafen macht deutlich, dass ein seit Jahren bekanntes Problem weiterhin ungelöst ist. Bereits 2018 und 2024 musste die Feuerwehr eingreifen, um ein Sinken des Schiffes zu verhindern. Nun war erneut ein aufwendiger Einsatz erforderlich.
„Das ist ein Zustand, den wir auf Dauer nicht akzeptieren können. Ein Schiff, das seit Jahren sichtbar verfällt und immer wieder Feuerwehreinsätze erforderlich macht, braucht endlich eine dauerhafte Lösung“, erklärt Stefan Becker von der WIN@WBV-Ratsfraktion.
Dabei ist die rechtliche Situation komplizierter, als es auf den ersten Blick erscheint. Die „Steinbock“ verfügt über einen gültigen Schwimmfähigkeitsnachweis und eine Haftpflichtversicherung. Gleichzeitig ist der bauliche Zustand offensichtlich problematisch. Sollte der Eigentümer nicht in der Lage ist, das Schiff selbst entfernen zu lassen, müssen wir nach alternativen Lösungen suchen.
„Wir dürfen nicht übersehen, dass die Verwaltung an geltendes Recht gebunden ist. Eigentumsrechte und bestehende Nachweise lassen sich nicht einfach ignorieren. Deshalb wäre es zu kurz gegriffen, der Verwaltung pauschal Untätigkeit vorzuwerfen. Trotzdem müssen alle rechtlich zulässigen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um weitere Schäden zu verhindern“, betont Ratsmitglied Olaf Fischer.
Dass aus solchen Situationen erhebliche finanzielle Belastungen entstehen können, haben die Fälle der Schiffe „Gemma“ und „Wega“ bereits gezeigt. Deren Abwrackung musste letztlich von städtischen Gesellschaften finanziert werden. Eine Wiederholung sollte nach Möglichkeit vermieden werden.
Die WIN@WBV-Fraktion hält es deshalb für notwendig, kurzfristige Sicherungsmaßnahmen mit einer langfristigen Perspektive zur endgültigen Entfernung des Schiffes zu verbinden. Dabei sollten Stadtverwaltung und Stadtwerke-Verkehrsbetriebe gemeinsam nach einer rechtlich tragfähigen und wirtschaftlich vertretbaren Lösung suchen.
„Es kann nicht die Perspektive sein, dass die Feuerwehr andauernd ausrücken muss, um das Schiff vor dem Untergang zu bewahren. Das bindet Einsatzkräfte und verursacht Kosten. Zugleich bleibt dieser optische Schandfleck im Kanalhafen bestehen“, so Becker.
Der Schwimmfähigkeitsnachweis soll im Juni 2027 auslaufen. Spätestens mit Blick auf diesen Termin muss geklärt werden, welche weiteren Schritte rechtlich möglich und wirtschaftlich sinnvoll sind.
„Als Ratsfraktion wollen wir nicht nur Probleme benennen, sondern auch dazu beitragen, dass schwierige Sachverhalte sachlich bewertet und tragfähige Lösungen gefunden werden. Unser gemeinsames Ziel muss sein, die Sicherheit zu gewährleisten, die finanziellen Risiken für Wilhelmshaven zu begrenzen und diesen langjährigen Missstand endlich zu beseitigen“, erklärt Fischer abschließend.
Die WIN@WBV-Ratsfraktion wird die weitere Entwicklung konstruktiv begleiten und sich dafür einsetzen, dass neben der notwendigen Sicherung auch die endgültige Entfernung der „Steinbock“ konsequent verfolgt wird.
13.10.2026